
Hier erfahren Sie mehr über den Stadtteil, seine Besonderheiten und den Forschungsaktionen vor Ort.
Wie lebt es sich in Sündersbühl? Der Stadtteil ist vielfältig und unterschiedlich bebaut. Im Norden liegt ein großes Gewerbegebiet mit vielen Autohäusern, das wenig belebt ist und nur wenige Angebote für den Alltag bietet. Im mittleren Bereich befindet sich ein dicht bebauter Neubaukomplex, in dem mehr als 800 Menschen auf engem Raum leben. Weiter südlich prägen mehrstöckige Wohnhäuser das Bild. Im Südwesten gibt es vor allem Ein- und Zweifamilienhäuser. Insgesamt ist der Stadtteil stark versiegelt, Grünflächen sind nur begrenzt vorhanden.
In Sündersbühl leben rund 7.330 Menschen. Mit einem Durchschnittsalter von 37,5 Jahren gehört der Stadtteil zu den jüngsten Nürnbergs. Die Bevölkerung ist vielfältig: 77,5 % der Einwohner*innen haben eine Migrationsgeschichte, 49,4 % besitzen eine ausländische Staatsangehörigkeit. Mehr als jede fünfte Person ist auf Mindestsicherung angewiesen. Die Arbeitslosenquote liegt bei 10 % und damit doppelt so hoch wie im städtischen Durchschnitt.
Sündersbühl ist ein sogenanntes Ankommensquartier. Menschen ziehen zu, orientieren sich und ziehen häufig wieder weiter, wenn sich ihre Lebenssituation verbessert. Das erschwert den Aufbau stabiler Nachbarschaften und einer gemeinsamen Stadtteilidentität. Gleichzeitig leistet der Stadtteil einen wichtigen Beitrag zur Integration in der gesamten Stadt. Themen wie Vermüllung, Unsicherheitsgefühle im nördlichen Gewerbebereich und Spannungen zwischen alteingesessenen und neu zugezogenen Bewohner*innen beschäftigen die Menschen vor Ort. Klassische Beteiligungsformate erreichen die Menschen im Stadtteil strukturell nur eingeschränkt.

Grafik: B.Bodenschatz für Stadt Nürnberg/Bildungsbüro
Bildungs-, Betreuungs- und Begegnungseinrichtungen sowie ein Nachbarschaftstreff bieten erste Anknüpfungspunkte. Hinzu kommen lokale Netzwerke wie die Steuerungsgruppe Sündersbühl / St. Leonhard, der Stadtteilarbeitskreis und die Stadtteilkoordination. Da die soziale Infrastruktur im Stadtteil begrenzt ist, bezieht das Projekt auch St. Leonhard mit ein. Dort bieten unter anderem der Kulturladen Villa Leon und das Kindermuseum weitere Anlaufstellen.
Die vielfältige Bevölkerung, die Veränderungen im Stadtteil, bestehende lokale Netzwerke und offene Fragen zum Zusammenleben machen Sündersbühl zu einem geeigneten Standort für ein Citizen-Science-Projekt. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort sollen ihre Erfahrungen und Perspektiven sichtbar gemacht und Ideen für die Entwicklung des Stadtteils erarbeitet werden.
Quelle statistische Angaben: Stadt Nürnberg, Amt für Stadtforschung und Statistik, 2021 - 2025