
26.09.2026 - Unter diesem Motto widmete sich das Dialogforum der Aktion Mensch am 21. September 2026 in Dresden der Frage, wie aus Beteiligung echte Mitgestaltung wird. Rund 120 Menschen kamen zusammen, um darüber zu diskutieren, wie Partizipation vor Ort gelingen kann – darunter Fach- und Führungskräfte, Selbstvertreter*innen aus kommunalen Strukturen sowie Gestalter*innen von Inklusion im Sozialraum.
Einen zentralen Impuls setzte die Keynote von Prof. Dr. Stefan Godehardt-Bestmann (Professor für Soziale Arbeit an der Internationalen Hochschule und Mitgründer des Privaten Institut für soziale Transformation): Beteiligung werde nicht dadurch wirksam, dass Menschen etwas sagen dürfen, sondern dadurch, dass das Gesagte für Entscheidungen relevant wird. Eine Podiumsdiskussion und verschiedene Foren boten Raum für fachliche Impulse, Austausch und konkrete Ideen für die eigene Arbeit.
Diesen Ansatz verfolgte auch das Team von „Nürnberg forscht 2“ in einem eigenen Forum. Unter dem Titel „Nürnberg forscht – Citizen Science im Stadtteil: Beteiligung und Vielfalt partizipativ erforschen“ stand eine zentrale Frage im Raum: Was passiert, wenn Menschen nicht nur ihre Meinung einbringen, sondern aktiv an der Entwicklung von Wissen und Lösungen mitwirken?
Anhand der Erfahrungen aus „Nürnberg forscht“ zeigte das Projektteam, wie Bürger*innen als Expert*innen ihrer Lebenswelt gemeinsam mit Wissenschaft und Praxis Forschungsfragen bearbeiten, Wissen zusammentragen und neue Perspektiven entwickeln.
Damit wird Partizipation zu mehr als einem einzelnen Beteiligungsformat: Sie wird zu einem gemeinsamen Lern-, Diskussions- und Gestaltungsprozess.
Nach einem fachlichen Impuls zum Projekt und den praktischen Erfahrungen ging es in die Praxis. Die Teilnehmenden tauschten sich über den vorgestellten Ansatz anhand ihrer eigenen Praxis aus:
Welche Wirkungen kann Citizen Science auf die Gesellschaft haben? Wie lassen sich die Ergebnisse der Forschungen nachhaltig in die Kommune einbringen? Welche Ressourcen braucht es dafür?


Projektvorstellung "Nürnberg forscht"
Lana Lamsfuß (links), Derya Yildirim, "Nürnberg forscht"
Dabei wurde deutlich: Partizipation ist mehr als die Abfrage von Meinungen. Sie kann Menschen stärken, Perspektiven sichtbar machen und Impulse für gesellschaftliche Veränderungen setzen – wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Damit Partizipation eine nachhaltige Wirkung erzielen kann, braucht es jedoch ein starkes Netzwerk, das die Ergebnisse der Forschungen aufgreift, weiterträgt und in konkrete Maßnahmen übersetzt. Außerdem braucht es die Ressourcen, um Themen kontinuierlich an den relevanten Stellen zu platzieren – denn Wirkung entsteht selten sofort, sondern durch Beharrlichkeit und Wiederholung.
Als Folgeprojekt knüpft „Nürnberg forscht 2“ genau hier an, um die bisherigen Erkenntnisse in die Praxis zu tragen und zu verteifen. Dafür bringt das Projekt den Citizen-Science-Ansatz direkt in ausgewählte Nürnberger Stadtteile. Bewohner*innen werden zu Mitforschenden und erarbeiten in niederschwelligen Formaten gemeinsam, was ihr Viertel ausmacht, wo Herausforderungen liegen und welche Ideen für die Zukunft entstehen.
Diese Heransgehensweise unterstreicht auch die zentrale Erkenntnis des Forums: Echte Beteiligung wirkt dort am stärksten, wo sie strukturell verankert ist – nicht als einmaliges Projekt, sondern als Teil einer dauerhaften Kultur der Mitgestaltung.
Fotos: Aktion Mensch/Inklusion vor Ort