

31.01.2026 - „Nürnberg forscht 2“ knüpft an die Erfahrungen des Projekts „Nürnberg forscht“ an und bringt den Citizen-Science-Ansatz in ausgewählte Nürnberger Stadtteile. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen ihr direktes Lebensumfeld erleben – und wie ihre Perspektiven in die Entwicklung ihrer Quartiere einfließen können.
Viele Menschen prägen das Leben in Nürnbergs Stadtteilen, doch nicht alle Stimmen finden in klassischen Beteiligungsformaten gleichermaßen Gehör. Besonders Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sind häufig unterrepräsentiert, obwohl sie wertvolle Erfahrungen und Sichtweisen einbringen. Doch Erfahrungen aus vielen Städten zeigen, dass ein lebendiges Zusammenspiel von sozialen Netzwerken, Bildungsorten und unterstützenden Strukturen Teilhabe, Zusammenhalt und Lebensqualität nachhaltig stärkt. Hier setzt das Projekt an: Bewohner*innen werden eingeladen, selbst zu Forschenden zu werden und ihr Wissen über den Stadtteil einzubringen. Mit Methoden wie Community Mapping, Stadtteilspaziergängen, Fokusgruppen und Interviews entsteht ein vielschichtiges Bild des Alltags – direkt aus der Perspektive derjenigen, die ihn gestalten.
Ein zentrales Ziel ist es, Beteiligung für alle zugänglich zu machen. Das Projekt schafft Räume, in denen Menschen ihre Erfahrungen teilen können – unabhängig von Herkunft, Sprache oder sozialem Hintergrund. Und damit entstehen Erkenntnisse, die nicht nur wissenschaftlich wertvoll sind, sondern auch konkrete Impulse für eine diversitätssensible Stadtteilentwicklung liefern.
Aufbauend auf den Erfahrungen aus zwei ausgewählten Quartieren bezieht das Projekt im weiteren Verlauf auch das neue Stadtquartier Lichtenreuth ein, das bis 2030 rund 6.000 Menschen ein Zuhause bieten wird. Vielfalt soll hier von Beginn an sichtbar werden: Interkulturelle Netzwerke, Beteiligungsstrukturen und gemeinschaftliche Orte sollen frühzeitig wachsen können.So verbindet das Projekt innovative Ansätze der Stadtteil- und Quartiersentwicklung mit den integrationspolitischen Leitlinien der Stadt Nürnberg.
Gefördert wird „Nürnberg forscht 2“ vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) aus Mitteln des Asyl- und Migrationsfonds (AMIF). Die Laufzeit beträgt drei Jahre (Januar 2026 bis Dezember 2028).