

18.06.2026 - Wie können Kommunen Bildung gerechter gestalten? Welche Rolle spielen Daten, Beteiligung und Zusammenarbeit, um Bildungsangebote passgenau weiterzuentwickeln? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Bundeskonferenz Kommunales Bildungsmanagement, die am 16. und 17. Juni 2026 unter dem Motto „Gemeinsam für mehr Bildungsgerechtigkeit vor Ort“ in Berlin stattfand. Rund 500 Fach- und Führungskräfte aus Kommunen, Wissenschaft, Politik und Praxis kamen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für kommunale Bildungslandschaften zu entwickeln.
Auch das Team von Nürnberg forscht war gemeinsam mit dem Nürnberger Bildungsbüro vor Ort. Die Konferenz bot die Möglichkeit, Erfahrungen mit Fachleuten aus Kommunen, Wissenschaft und Bildungspraxis zu teilen und neue Impulse für die eigene Projektarbeit mitzunehmen.


Die Kampagne „Kein Platz für Zufall“ macht deutlich, wie datenbasiertes kommunales Bildungsmanagement zu mehr Bildungsgerechtigkeit beitragen kann. Nürnberg ist mit Oberbürgermeister Marcus König als Testimonial Teil der Initiative.
Ein besonderer Programmpunkt war der Fishbowl-Austausch „Barrieren abbauen durch diversitätssensibles Handeln“, den das Bildungsbüro gemeinsam mit der Fachstelle FaBERID mitgestaltete. Dort stellte das Projekt Nürnberg forscht seinen partizipativen Forschungsansatz vor und diskutierte ihn mit Vertreterinnen und Vertretern anderer Bildungskommunen.

Derya Yıldırım (Bildungsbüro Nürnberg) teilt Projekterfahrungen aus "Nürnberg forscht".
Die Erfahrungen aus dem Projekt zeigen: Wer Menschen lediglich befragt, erhält Antworten. Wer sie jedoch zu Mitforschenden macht, gewinnt neue Perspektiven und Erkenntnisse. Citizen Science schafft Räume, in denen Menschen ihre Erfahrungen einbringen, Forschungsfragen mitentwickeln und gemeinsam Lösungen für Herausforderungen im Stadtteil erarbeiten können.
Gerade für Menschen, die in klassischen Beteiligungsformaten oft nicht erreicht werden, eröffnet dieser Ansatz neue Möglichkeiten der Mitgestaltung. Dadurch entstehen Erkenntnisse, die nicht nur wissenschaftlich relevant sind, sondern auch Verwaltung und Politik wichtige Impulse für Entscheidungen geben.
Die Konferenz machte deutlich, dass Bildungsgerechtigkeit eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Kommunen, Bildungsakteure und Zivilgesellschaft müssen eng zusammenarbeiten, um allen Menschen gute Bildungs- und Teilhabechancen zu ermöglichen.
Ein wichtiges Signal setzte dabei die Erklärung „Gemeinsam für starke kommunale Bildungslandschaften“. Erstmals bekennen sich Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände gemeinsam dazu, kommunale Bildungslandschaften langfristig zu stärken. Im Mittelpunkt stehen eine stärkere Vernetzung der Bildungsakteure, datenbasierte Entscheidungen sowie eine konsequente Orientierung an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort.
Viele Themen der Bundeskonferenz spiegeln sich unmittelbar in der Arbeit von Nürnberg forscht wider: Beteiligung auf Augenhöhe, Diversität als Stärke, sozialräumliches Arbeiten und die Frage, wie unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden können.
Mit Nürnberg forscht 2 wird dieser Weg konsequent weitergeführt. Gemeinsam mit Bewohner*innen werden Stadtteile erforscht, Alltagserfahrungen sichtbar gemacht und daraus Empfehlungen für eine lebenswerte und inklusive Nachbarschaft entwickelt.
Die Bundeskonferenz hat die Projektverantwortlichen darin bestärkt, diesen Weg weiterzugehen. Denn Bildungsgerechtigkeit entsteht dort, wo Menschen mit ihren Erfahrungen ernst genommen werden und Forschung, Verwaltung und Stadtgesellschaft gemeinsam Lösungen entwickeln.